10.01.2024, von Schweizerisches Konsumentenforum

Die täuschend echten, unechten Blumen für jedes Zuhause

Blühende Blumen erfreuen uns nicht nur auf Wiesen, sondern sind auch zu Hause oder am Arbeitsplatz ein echter Blickfang. Jedes Ambiente kann durch eine bunte Blumenpracht aufgewertet werden. Die beliebten Blumensträusse sind fast überall erhältlich, sei es beim Blumenhändler um die Ecke oder auf den Blumenfeldern für diejenigen, die ihre Sträusse gerne selbst zusammenstellen. So schön die Blütenpracht der Schnittblumen auch ist, es ist eine vergängliche Freude. Trotz guter Pflege beginnen die Blüten zu hängen und zu verwelken. Wer sich langlebige und pflegeleichte Blumen wünscht, greift oft zu Kunstblumen. Der Haken: Abwechslung sieht anders aus.

 

Der aus Brasilien stammende Gründer des Start-ups myeasyflower, Michel Haratz, hat dieses Problem erkannt. Er störte sich daran, dass Blumen und Sträusse in Genf teuer sind – sehr teuer sogar. Und nach spätestens einer Woche landen sie im Abfall: schade und wenig ökologisch. Könnte man den Blumenmarkt nicht neu erfinden? Gibt es ein ökologisches Businessmodell? «Re-use» ist durchaus ein Thema, aber wie könnte es mit Blume umgesetzt werden? Die Lösung ist ein nachhaltiges Blumenabonnement, das sich Arztpraxen, Kanzleien, Banken, Verwaltungen, aber auch Privatpersonen leisten, um ihren Räumen Poesie und Leben zu verleihen. Aber was ist das Besondere daran? Die Blumensträusse von myeasyflower werden in einem lokalen Betrieb zusammengestellt, die Blumen sind aus Kunststoff und Silikon und somit wiederverwendbar, lösen keine Allergien aus und benötigen kein Wasser. Ausserdem wird der künstliche Blumenstrauss einmal im Monat ausgetauscht. Der alte Strauss wird abgeholt, desinfiziert und in einem neuen Arrangement zu einem frischen Strauss zusammengebunden. Den kreativen Teil, das Arrangieren der neuen Blumensträusse, übernimmt Natalie. Die Floristin hat über zwanzig Jahre Erfahrung und bringt das nötige Know-how mit: sie kreiert für die Kunden in der Westschweiz und bald auch in Bern phantasievolle Sträusse und Arrangements, die ohne Verpackung auskommen und auch so geliefert werden. So hat man zu Hause und am Arbeitsplatz immer ein passendes Blumenarrangement, das nicht nur stil- und geschmackvoll aussieht, sondern auch nachhaltig ist.

Nice to know
Wussten Sie, dass nur 10 Prozent unserer geliebten Blumensträusse aus der Schweiz stammen? Der grösste Teil, rund 20‘000 Tonnen pro Jahr, stammt aus konventionellem Anbau in Kenia, Ecuador oder Holland. Beispielsweise verursachen 12.000 Schnittrosen aus Kenia durch den Anbau und den 6.000 km langen Transport ca. 6.000 kg CO₂. Die gleiche Menge Rosen aus den Niederlanden verursacht ca. 35.000 kg CO₂, was auf die Art des Anbaus zurückzuführen ist. Blumen werden oft in beheizten Gewächshäusern angebaut, die Tag und Nacht durchgehend beleuchtet werden, um das Wachstum zu fördern. Auch Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern und unterbezahlte Arbeiterinnen gehören zu den Schattenseiten des Blumengeschäfts.