C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee…
Falsch, ganz falsch. Mittlerweile sind die gesundheitsfördernden Eigenschaften eines mässigen Kaffeekonsums durch unzählige Studien bewiesen. Kaffee ist und bleibt eines der beliebtesten Getränke in der Schweiz, die hinter Deutschland und Norwegen das Bronzepodest eroberte: über 1000 Tassen Kaffee pro Person und Jahr werden hierzulande getrunken. Kaffee ist aber nicht nur das Lieblingsgetränk vieler Menschen, er steht auch für Genuss und Geselligkeit. Der «Kafi Grääm», die Schale, der «Espresso macchiato», der «Cappuccino», der «Latte» und viele andere Kaffeekompositionen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das ist erstaunlich, denn die Preise für den Kaffeerohstoff haben sich in den letzten Jahren nur in eine Richtung entwickelt: gegen oben.
In der Schweiz rösten die drei grössten Kaffeeröstereien der Schweiz mehrere tausend Tonnen Kaffee pro Jahr. So röstet Nespresso über 40 000, Delica 14 000 und die schweizerischen Kaffeeröstereien 10000 Tonnen Rohkaffeebohnen. Der Verband der Cafetiers sowie der Verein «Kaffeemacher» mit seinen knapp zweihundert unabhängigen (Klein-)Röstereien in der Schweiz bescheren uns den täglichen kleinen Luxus. Was viele leidenschaftliche Kaffeetrinker nicht wissen: über 70% des Kaffeehandels wird in der und über die Schweiz abgewickelt. Seit 2020 hat sich der Rohkaffeepreis massiv erhöht, was sich selbstverständlich auf das Portemonnaie der Konsumenten auswirkt. Einer der Preistreiber war die extreme Trockenheit in Brasilien, was Ernteausfälle zur Folge hatte. Während sich die Teuerung zwar stetig, aber mässig entwickelt, schlägt die Tasse Kaffee mit kontinuierlichem Anstieg von knapp 10 Rappen pro Jahr überdurchschnittlich hoch zu Buche.
Welche Möglichkeiten gibt es, auch bei einem knappen Budget nicht verzichten zu müssen? In den eigenen vier Wänden oder am Arbeitsplatz gibt es Möglichkeiten. Preisvergleiche zeigen kaum überraschend auf: je weniger verarbeitet, umso günstiger. So sind ungemahlene Kaffeebohnen die sparsamste Variante. Wer diese Bohnen anschliessend mahlt, kann sicher sein, dass sich das Kaffeepulver, sofern luft- und blickdicht sowie kühl verpackt, einige Wochen ohne Qualitätseinbusse lagern lässt. Wer viel Kaffee trinkt, kann auf grössere Packungen zurückgreifen; sie sind unter dem Strich stets etwas günstiger als Kleinpackungen. Bereits gemahlener Kaffee ist eine bequemere Alternative; dabei auf das Haltbarkeitsdatum achten.
Eigenmarken der Detailhändler und Discounter sind in der Regel eben falls günstiger als Markenprodukte, auch in Kapselform, die Luxusvariante des Kaffeegenusses, da Kapseln für eine supereinfache Handhabung stehen. Dies gilt sogar für Bio- und Fairtrade-Produkte. Preisvergleiche sind nicht immer einfach. Hier empfiehlt sich das Umrechnen auf den Kilopreis.
Bei den Kosten ist auch die Art der Kaffeezubereitung nicht zu vernachlässigen. Die Anschaffung einer entsprechenden Maschine, die Zubereitungsmöglichkeiten wie z.B. integrierter Milchschäumer und die Stromkosten sind teurer als eine klassische italienische Bialetti, die auf die Herdplatte gestellt wird. Diese weitbekannten Kaffeesieder Schraubbehälter gibt es in günstigster Ausführung, aber mittlerweile vergibt das Unternehmen,das übrigens – horribile dictu – an eine Hongkonger Firma verkauft wurde, an namhafte Designer Gestaltungsaufträge, was das gestylte Endprodukt verteuert. So zum Beispiel an Dolce & Gabbana. Auch gibt es eine «Bridgerton»-Ausführung, was Netflixserien-Enthusiasten begeistern wird.
In der Gastronomie, ob stationär oder Take-away, schwanken die Preise über das ganze Land gesehen beträchtlich. Während man vonZürich kolportiert, dass man für einen «Flat White» neun Franken hinblättern muss, ist es möglich, im Wallis oder in Obwalden mit weniger als der Hälfte davonzukommen. Wer oft unterwegs einen Kaffee «to go» mitnimmt, kann mit dem eigenen Becher bei vielen Anbietern auf einen Rabatt hoffen. Es lohnt sich, kleine Kafi-Abos abzuschliessen oder Stempelkärtchen zu sammeln, welche jeden zehnten Kaffee offerieren – ein Angebot, das sich besonders für Pendler lohnt!
Babette Sigg
Schweizerisches Konsumentenforum