Zwischen Schnäppchen und Schwindel
Der Black Friday steht wieder bevor und lockt mit unzähligen Rabatten und Sonderangeboten. Gerade junge Erwachsene sind in dieser Zeit online sehr aktiv, und Fälscher nutzen ihre Kaufbereitschaft gezielt aus. Markenprodukte sind besonders gefragt, doch handelt es sich bei Schnäppchenangeboten häufig um sogenannte Fakes oder Dupes. Produktfälschungen verursachen jährlich weltweit Milliardenverluste und bergen häufig Sicherheits- oder Gesundheitsrisiken für Konsumentinnen und Konsumenten.
Dies zeigt auch eine Studie des EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum), aus dem Jahr 2024, wonach gegen 112 Millionen gefälschte Produkte an den EU-Aussengrenzen und innerhalb des EU-Binnenmarktes beschlagnahmt wurden. Der geschätzte Gesamtwert von 3,8 Milliarden Euro ist der höchste je gemessene Warenwert und zeigt auf, dass die Qualität der Fälschungen besser und die Durchschnittpreise entsprechend höher ausfallen als früher. Bekleidung, Schuhe und Accessoires sowie Körperpflegeprodukte, Parfüms und Spielsachen sind die am häufigsten aufgegriffenen Fälschungen. Ein grosser Teil davon kommt via Online-Bestellungen ins Land und wird in Paketzentren aussortiert und mehrheitlich vernichtet, so auch in der Schweiz.
Der E-Commerce mit Fake-Produkten boomt also weiterhin. Zahlen des Detailhandels zeigen zudem auf, dass rund um den Black Friday auch die Umsätze in den Läden ansteigen, denn auch hier gibt es Rabatte und Sonderangebote zuhauf. Ein geeigneter Moment also, um insbesondere jugendliche Schnäppchenjäger direkt anzusprechen.
Interaktive Aktion im Shoppingcenter: Der Verein Stop Piracy machte im November 2025 mit einer Sensibilisierungsaktion im Shoppyland Schönbühl, Bern, auf die Fälschungsproblematik aufmerksam und gab Tips, wie man Originale und Fälschungen unterscheiden kann. Besucher hatten die Möglichkeit, echte und gefälschte Produkte zu vergleichen und ihr Wissen zum Thema Fälschungen zu vertiefen. Das Ziel solcher Aktionen ist es stets, ehrliche Konsumenten und Konsumentinnen zu schützen und das Bewusstsein zu schaffen, dass Fälschungen Betrug sind.
Vier Tips – ein paar wenige Klicks schützen vor dem Kauf einer Fälschung:
- Kontakt/Impressum/Retoure: Seriöse Shops haben komplette Kontaktmöglichkeit mit Adresse (bei ausländischen Adressen diese auf Google Maps checken)
- Gütesiegel: Gütesiegel und Qualitätszeichen wie «Trusted Shops» oder «Swiss Online Garantie» müssen entsprechend verlinkt sein.
- Preis – Gute Ware hat auch im Internet ihren Preis: ein ungewöhnlich grosses Sortiment mit übertrieben niedrigen Schnäppchenpreisen kann ein Anzeichen für gefälschte Ware sein. Bei sehr beliebten Produkten kann bereits ein kleiner Rabatt ein Hinweis auf Betrug sein.
- Cybersecurity: Beim Kauf/Bezahlvorgang auf eine verschlüsselte Webseite achten – überlegen, welcher Plattform man seine privaten Daten zur Verfügung stellen will und unaufgefordert zugeschickten Dateien grundsätzlich misstrauen.
Vielen Dank an STOP PIRACY, die Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie. Der gemeinnützige Verein leistet Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit bei den Konsumenten und macht sich stark für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Behörden. STOP PIRACY beliefert die Öffentlichkeit mit Fakten und Analysen und informiert über Risiken und Hintergründe von Fälschungen und Piraterie.