09.02.2026, von Ruth Dickenscheid

Mikroplastik im Teebeutel

Dank der grossen und kleinen Detailhändler sowie Teehäuser haben wir in der Schweiz eine grosse Auswahl an Tee. Daher ist es nicht verwunderlich, dass laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in der Schweiz täglich durchschnittlich 2.9 dl Tee getrunken werden. Besonders beliebt sind dabei Kräuter und Früchtetees. Gerade in der dunklen und kalten Jahreszeit wirkt Tee wohltuend auf Geist und Körper, doch was viele Konsumenten nicht wissen, ist, dass manche Teebeutel eine grosse Menge Mikroplastik freisetzen.

Teebeutel aus Kunststoff
Eine kanadische Studie zeigte, dass Teebeutel aus Kunststoff (Polyethylenterephthalat und Nylon) bei einer Wassertemperatur von 95 °C, 11,6 Milliarden Mikroplastik und 3,1 Milliarden Nanoplastik freisetzten. Bei einem Aufguss mit Wasser, welches Raumtemperatur hat, wird weit weniger Mikroplastik freigesetzt. Das bedeutet, dass die hohe Wassertemperatur dazu beiträgt, das Mikroplastik freizusetzen. Laut den Forschenden liegt diese Menge an freigesetztem Mikroplastik über den bisher gemessenen Werten für alle anderen Lebensmittel.

Wie viel Mikroplastik nehmen wir in der Woche zu uns?

Nach den Berechnungen von der australischen University of Newcastle für den WWF nehmen wir in Form von Essen, Trinken Kosmetik wie auch Atmen durchschnittlich 5 Gramm pro Woche zu, und dies entspricht etwa dem Gewicht einer Kreditkarte (bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von 79 Jahren summiert sich das auf 20 kg). Neben dem Tee aus Kunststoffbeuteln sind Lebensmittel wie Fisch, Meeresfrüchte, Fleisch, Salz, abgefülltes Wasser, Obst und Gemüse durch Mikro- und Nanoplastik belastet.

Gesundheitliche Folgen von Mikroplastik

Die gesundheitlichen Risiken durch Mikro- und Nanoplastik sind noch nicht ganzheitlich geklärt. Daher ist es schwierig zu sagen, welche Auswirkungen dies auf den menschlichen Körper hat. Es gibt aber Studien, die darauf hinweisen, dass die grösseren Stücke unverdaut wieder ausgeschieden werden. Allerdings können die kleinen Partikel in den Blutkreislauf gelangen.

Wie schütze ich mich als Konsument?

Wer beim Teetrinken gänzlich auf Mikro- und Nanoplastik verzichten möchte, kann auf getrocknete Blätter zurückgreifen. Diese lassen sich mit einem klassischen Tee-Ei oder einer Teezange aufgiessen. Auch beim Essen und Trinken können Sie Mikro- und Nanoplastik reduzieren, indem Sie auf hochverarbeitete Lebensmittel und das Trinken aus Plastikflaschen verzichten. Ausserdem sollten Lebensmittel in Gläsern oder aus Edelstahl aufbewahrt oder erhitzt werden.